Ist die Entfernung der gesamten Brustdrüse erforderlich, kann eine sofortige Rekonstruktion durchgeführt werden. Für diese Rekonstruktion können entweder körpereigenes Gewebe oder Silikonimplantate verwendet werden.
Das körpereigene Gewebe kann aus Muskel- oder Fettzellen bestehen, die als vollständiger Gewebelappen unter Verwendung von Gefäßnähten aus einem anderen Körperbereich in die Brust transplantiert werden. Fettgewebe kann auch aus dem Bauch oder Oberschenkel abgesaugt und in die Brust eingebracht werden.
Dieses Verfahren, das als Lipofilling bezeichnet wird, wird jedoch nur selten angewendet, da hierfür eine geeignete Anatomie erforderlich ist, beispielsweise das Vorhandensein von Fettdepots und eine geeignete Brustgröße.
Implantate, also Fremdmaterial, können nach einem geeigneten Hautschnitt, beispielsweise in der Unterbrustfalte oder über einen umgekehrten T-förmigen Schnitt, in die Wundhöhle eingesetzt werden, in der sich zuvor die Brustdrüse befand. Dies kann entweder vor oder hinter dem Brustmuskel erfolgen. Beide Techniken haben Vor- und Nachteile, die der Patientin vor der Operation ausführlich erläutert werden sollten.
In jedem Fall führt die Entfernung der Brustdrüse auch zu einem vollständigen Verlust des Brustgefühls. Die Brustrekonstruktion dient ausschließlich der Wiederherstellung der Brustform. Häufige Komplikationen sind Wundheilungsstörungen, Hautnekrosen, das heißt eine beeinträchtigte Durchblutung der Haut, sowie Implantatinfektionen und eine Kapselfibrose um das Implantat, die letztlich zum Verlust des Implantats oder zumindest zu einem Implantatwechsel führen kann.
Die zuletzt genannten Komplikationen können bei einer Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe nicht auftreten; Infektionen können jedoch auch bei körpereigenem Gewebe vorkommen. Nachblutungen können bei jeder Operation auftreten. Die Komplikationsraten liegen zwischen 5 % und 30 %.