Ein Brustkrebschirurg ist ein spezialisierter Facharzt, der operative Eingriffe an der Brust durchführt, um Tumorgewebe zu entfernen und gesundes Gewebe möglichst zu erhalten. Er spielt eine zentrale Rolle in der Krebsbehandlung – von der Diagnose über die Operation bis zur Nachsorge.
Welche konkreten Aufgaben hat ein Brustchirurg?
1. Diagnose & Beratung
- Sichtung und Auswertung bildgebender Verfahren wie Mammographie, Ultraschall und MRT
- Beurteilung von Biopsie-Ergebnissen und Tumorstadien
- Aufklärung und Beratung der PatientIn über Behandlungsoptionen
- Teilnahme an interdisziplinären Tumorkonferenzen zur individuellen Therapieplanung
2. Chirurgische Eingriffe
- Entfernung des Tumors durch brusterhaltende Operation oder Mastektomie
- Lymphknotenentfernung oder Sentinel-Node-Biopsie zur Bestimmung der Ausbreitung
3. Nachsorge und Begleitung
- Kontrolle der Heilung und frühzeitiges Erkennen von Rückfällen
- Planung weiterer Therapien (z. B. Chemo-, Strahlen- oder Hormontherapie) mit anderen Fachärzten
- Psychologische Unterstützung und Beratung zu Rekonstruktionsmöglichkeiten
4. Prävention
- Beratung und ggf. vorbeugende Operationen bei genetisch erhöhtem Risiko (z. B. BRCA-Mutation)
Welche Behandlungsmethoden führt ein Brust(krebs)chirurg durch?
1. Brusterhaltende Operation (BET)
- Tumor wird entfernt, die restliche Brust bleibt erhalten
- Kombination mit Strahlentherapie zur Senkung des Rückfallrisikos
- Standardverfahren bei vielen PatientInnen
2. Mastektomie
- Entfernung der gesamten Brust
- Notwendig bei großen oder mehrfachen Tumoren oder genetischer Vorbelastung
- Möglichkeit des sofortigen oder späteren Wiederaufbaus
3. Lymphknotenentfernung/Sentinel-Node-Biopsie
- Untersuchung, ob Krebszellen in die Lymphknoten gestreut haben
- Schonende Verfahren, um Nebenwirkungen wie Lymphödeme zu minimieren
4. Rekonstruktive Eingriffe
- Brustwiederaufbau mit Implantaten oder körpereigenem Gewebe
- Ziel: Natürliches Aussehen und Verbesserung der Lebensqualität
5. Präventive Operationen
- Entfernung des Brustgewebes bei sehr hohem genetischem Risiko, bevor ein Tumor entsteht
- Teil einer ganzheitlichen Risikominimierungsstrategie
Welche Ausbildung und Spezialisierung sollte ein guter Brust(krebs)chirurg haben?
- Medizinstudium – 6 Jahre Humanmedizin mit Promotion
- Basisausbildung – 9 Monate klinische Grundausbildung in verschiedenen Fachrichtungen
- Facharztausbildung – mindestens 6 Jahre in einem chirurgischen Fach
- Spezialisierung – Schwerpunkt auf Brust- und Tumorchirurgie, onkoplastische und rekonstruktive Techniken
- Hospitationen & Fellowships
- Fort- und Weiterbildung – regelmäßige Teilnahme an Kursen, Kongressen und Zertifizierungen
Fazit
Ein/e Brustkrebschirurg spielt eine zentrale Rolle in der modernen Krebstherapie. Er ist Spezialist, Operateur und Begleiter. Präzise operative Techniken verbessern Heilungschancen und erhalten die Lebensqualität der Patientinnen. Er sorgt dafür, dass die Tumorerkrankung effektiv behandelt wird, während gleichzeitig das körperliche und seelische Wohlbefinden der PatientIn im Fokus steht.
„Die chirurgische Behandlung von Brustkrebs erfordert nicht nur Präzision, sondern auch Einfühlungsvermögen und ästhetisches Bewusstsein.“
Prof. Dr. Fitzal, Brustchirurg & Brustkrebsexperte in Wien