Ordination Prof. Dr. Fitzal
Chirurgie für Brust und Bauch

Über Brustkrebs

Brustkrebs ist heutzutage durch den Einsatz der Mammographie meistens in einem frühen Stadium erkennbar und hat ausgezeichnete Behandlungschancen. In über 75% aller erkrankten Frauen kann man von einer möglichen medizinischen Heilung sprechen. Zur Therapie des Mammakarzinoms (Brustkrebs) zählt heutzutage in erster Linie eine Kombination aus Operation, häufig Strahlentherapie und danach systemischer Therapie (Chemotherapie und/oder Anti-Hormontherapie und/oder zielgerichtete Therapie wie z.B. Herceptin). Die Operation stellt in 70% der Fälle die erste Therapie dar. 25% der Frauen könnten vorher von einer systemischen Therapie, zumeist Chemotherapie, profitieren (neoadjuvant – vor der Operation; jede vierte Frau profitiert von dieser Therapie) und ungefähr 5% sollten in jedem Fall primär systemisch therapiert werden. Die Entscheidung über die richtige erste Therapie kann man erst nach genauer Untersuchung der Knochen, Leber und Lunge stellen. Hierfür sollten bei größeren Tumoren eine Computertomographie und eventuell ein Ganzkörperscan durchgeführt werden (nicht für alle notwendig!).


Bei der operativen Therapie ist es schon gelungen, in bis zu 80% eine brusterhaltende Operation durchzuführen. Das bedeutet, dass keine komplette Entfernung der Brust primär angestrebt wird sondern die restliche Brust durch eine Strahlentherapie nach der Operation (und eventuell nach einer Chemotherapie) vor einem Wiederauftreten (Rezidiv) geschützt werden soll. Größere Tumore und komplizierte Lagen der Tumore in der Brust machen ein kosmetisches zufriedenstellendes Ergebnis für manche Frauen sehr schwierig. Hierbei ist es gelungen, mittels onkoplastischer Operationen auch für diese Frauen ausgezeichnete kosmetische Ergebnisse zu erzielen bei gleichem onkologischem Ergebnis (keine medizinische Verschlechterung).


Nach der Operation wird das histologische Ergebnis besprochen und der Tumor wird klassifiziert. Darauf (und auf die Untersuchung von Leber, Lunge und Knochen) beruht dann jede weitere Therapie. Ein interdisziplinäres Team bespricht alle Optionen und gemeinsam mit der Patientin wird die beste weitere Therapie besprochen und dann auch durchgeführt. Mögliche Therapieformen sind die Strahlentherapie der Brust (Dauer zwischen 2 und 5 Wochen), eine Chemotherapie (Dauer bis zu 6 Monate) und eine Anti-Hormontherapie (Dauer von 3 bis zu 7 Jahren). Eine regelmäßige Nachsorge sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Hierbei sind regelmäßige Untersuchungen sinnvoll, diese sollten aber je nach Tumoraggressivität und auf die Patientin genau abgestimmt werden und ist nicht für alle gleichAuch nicht medizinische Therapien wie Ernährung oder TCM sowie Bewegungstherapien haben einen hohen Stellenwert und sollten miteinander angesprochen werden.


Früherkennung

Seit 2014 gibt es in Österreich das Brustkrebsscreeningprogramm (http://www.frueh-erkennen.at), welches bei Frauen ohne erhöhten Risiko ab 45 bis 69 Jahren eine Mammographie und eventuell Ultraschalluntersuchung alle 2 Jahre vorsieht. Sollten sie ab 40 und bis 75 an diesem Programm teilnehmen wollen, können Sie sich dazu anmelden. Sie erhalten automatisch eine Einladung per Post, mit der Sie ohne weiterer Überweisung bei einem zertifizierten Röntgenzentrum eine Mammographie auf Kassa erhalten. Bei Beschwerden oder tastbaren Veränderungen in der Brust kann jederzeit vom Facharzt eine sogenannte kurative Mammographie angeordnet werden. Diese wird ebenfalls von der Kassa bezahlt. Alle anderen Mammographien sind selber zu bezahlen. Der Befund ergeht an Ihren Hausarzt oder Vertrauensarzt, sollten Sie im Röntgenzentrum einen angeben. Wenn Sie sich über den Befund nicht im Klaren sind, wenden Sie sich vertrauensvoll an den/die befundenden Radiologen(in) ODER gerne an Prof Fitzal.

Gerne können Sie jeden Befund mit mir besprechen. Es soll keine Verunsicherung durch das Brustkrebsvorsorgeprogramm entstehen.


Risiko

Wie hoch ist Ihr persönliches Risiko, an Brustkrebs zu erkranken?

Derzeit liegt das mittlere Risiko (also gemessen an der gesamten Österreichischen Bevölkerung) bei 12%. Das bedeutet, dass jede 8. Frau in Ihrem Leben an einer Form von Brustkrebs erkrankt (inkl. Vorstufen). Doch Ihr persönliches Risiko kann sich davon deutlich unterscheiden, da bei den Studien alle Frauen herangezogen wurden. Wir kennen aber heutzutage schon einige Risikofaktoren, die Ihr persönliches Risiko erhöhen aber auch erniedrigen können.

Gerne bespreche ich mit Ihnen Ihr persönliches Risiko und kläre Sie über die Vorsorge und Ihre Möglichkeiten, das Risiko so gering wie möglich zu halten, auf.


Genetische Beratung
Alle Menschen besitzen das sogenannte BRCA Gen. Ein wichtiges Reparaturgen, welches dafür zuständig ist, das Entstehen von größeren Tumoren aus Krebszellen zu verhindern. Eine von 800 Personen (oder 5% aller Brustkrebspatientinnen), die Sie auf der Straße treffen, hat allerdings ein nicht funktionierendes BRCA Gen, eine sogenannte Mutation hat das Gen verändert. Damit kommt es bei dieser Person zu einem sprunghaften Anstieg des Brustkrebsrisiko von 12% auf bis zu 80% und von Eierstockkrebs von 2,5% auf bis zu 40%. So ein mutiertes Gen kann weitervererbt werden. Aus diesem Grund ergibt sich der Verdacht einer Veränderung im BRCA Gen bei gehäufter Brust- oder auch Eierstockkrebs in der Familie von jungen (<60 Jahren) Angehörigen.

Gerne bespreche ich mit Ihnen das Thema vererbter Brustkrebs, BRCA Gen Mutation und behandle mit Ihnen die Frage, ob Sie persönlich ein Risiko haben, dieses Gen zu besitzen.

Sollte dies so sein kann ich Ihnen in der Ordination das Blut abnehmen und zu einem in Österreich zertifizierten Labor schicken. Das Ergebnis dauert ungefähr 2-3 Monate. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, Sie über die Möglichkeiten aufzuklären, wie Sie Ihr Risiko minimieren können, an Brustkrebs zu erkranken und wie Ihre persönliche Vorsorge auszusehen hat. Sie benötigen für die genetische Beratung eine Überweisung von einem Kassenarzt zur genetischen Beratung und eine genaue Familienanamnese (Wer ist in welchem Alter an Brust und Eierstockkrebs erkrankt, wo wurde die Therapie durchgeführt, welche Therapie wurde gemacht, gibt es schon eine Testung dieser Person
).


Nur zertifizierte Berater(Innen) dürfen diese genetische Beratung durchführen, Beratungsstellen und weitere Informationen finden Sie unter http://www.brustgenberatung.at.

Therapie
Sollten Sie an Brustkrebs erkrankt sein, darf ich Sie beruhigen. Die meisten Arten von Brustkrebs sind heilbar. In vielen Fällen ist auch keine Chemotherapie notwendig. Die Operation steht aber immer an vorderster Stelle mit wenigen Ausnahmen.

Seit 2000 wissen wir, dass es 5 Untergruppen an Brustkrebs gibt (Vorstufen sind hier ausgenommen). Hierbei unterscheidet man Luminal A, Luminal B1, Luminal B2 und basal like vom her2neu positivem Karzinom. Die Aggressivität ist hier genauso unterschiedlich, wie auch die Therapie, welche sich auf Grund der Untertypen unterscheidet. Aber nicht Brustkrebs selber, auch sie als Person sind ein entscheidender Faktor, welche der vielen möglichen Therapien für Sie die richtige ist. Sollten nach abgeschlossener Therapie Tochtergeschwülste (Metastasen) aufgetreten sein, gilt es, diese richtig zu behandeln. Auch hier gibt es die verschiedensten Optionen. In Kooperation mit meinem Onkologen Prof. Rupert Bartsch darf ich Sie über Ihre weiteren Möglichkeiten informieren und die Therapie gestalten.

Gerne berate ich Sie über alle für Sie sinnvollen und onkologisch gleichwertigen Therapieansätze (Antihormon, Chemotherapie) und bespreche Für und Wider. Ein wichtiger Eckpfeiler ist die Operation von Brustkrebs. Als Allgemeinchirurg habe ich mich auf diese Therapie spezialisiert und biete sie sowohl in Wien als auch im Brustgesundheitszentrum in Linz an (siehe Kontakt). Ich nehme mir Zeit für Sie
.

Nachsorge
Sollten Sie Brustkrebs gehabt haben, bedarf es einer auf Sie sinnvoll zugeschnittenen Nachsorge. Dies beinhaltet regelmäßige klinische Kontrollen bei einem(er) Brustkrebsexperten(In). Auch weiterführende Untersuchungen wie Computertomographie oder Blutabnahmen könnten bei Ihnen sinnvoll sein.

Gerne berate ich Sie über Ihre Möglichkeiten, über Risiken und die Sinnhaftigkeit von Nachsorgeuntersuchungen und übernehme diese gerne
.

 
 
 
 
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